Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Textes sind etwa 40 Nachfolgeangebote und -gesuche von uns in die Unternehmensbörse Hessen (UBH) eingestellt worden. Wir sind als M&A-Berater seit Beginn Premiumpartner der UBH.
Ende 2010 wurde beispielsweise der Verkauf von zwei Maschinenbauunternehmen durch uns vermittelt und vollzogen. Die UBH hatte maßgeblichen Anteil am Gelingen beider Deals, denn die Erstkontakte entstanden durch die Internetbörse. Damit begann allerdings für uns erst der weitere, aufwändige Prozess, den wir „Begleitung“ eines Projekts nennen und der schließlich im Vollzug der beiden Inhaberwechsel mündete.
Ein drittes Projekt, der Verkauf eines IT-Systemhauses, scheiterte in letzter Minute, nach Anfertigung des Letter of Intent (LOI) sowie des späteren Kaufvertrags, weil der Kaufinteressent, der durch die UBH herbeigeführt wurde, in betrügerischer Absicht handelte und sogar seinen eigenen Berater und Anwalt täuschte.
Es bestanden auch andere Interessentenkontakte, die wir selbst recherchiert hatten, doch diese kamen aus unterschiedlichen Gründen in den oben genannten Projekten nicht zum Zuge. Inzwischen stehen uns viele Kontakte zur Verfügung, die durch die UBH zu uns gelangt sind und von denen wir wissen, dass ein Unternehmen gesucht oder abgegeben wird.
Was kann als Fazit aus den bisher durch die UBH realisierten Deals bzw. durch die so entstandenen Kontakte festgestellt werden?
1. Die Internetplattform der UBH wird beachtet und von ernsthaften Interessenten (Käufern wie Verkäufern, beides Synonyme auch für Beteiligungen und Kapitalzuführungen) professionell genutzt. Das ist erstens auf die interessanten inhaltlichen Angebote, zweitens auf die gut recherchierbaren (im Internet auffindbaren) Informationen und drittens auf die verständliche und leicht bedienbare Oberfläche zurückzuführen.
2. Es finden sich allerdings auch Existenzgründer unter den anfragenden Usern, die mit einer recht unbedarften Einstellung und unzureichendem Eigenkapital eine Unternehmensnachfolge anstreben – was natürlich nicht gelingt. Jedoch ist positiv anzumerken, dass bei UBM im Verhältnis zu anderen Börsen wie etwa „nexxtchange“ weniger solcher realitätsfernen User festzustellen sind. Die UBM genießt offenbar ein professionelles Image unter den suchenden Usern. Das hat zur Folge, dass sich glücklicherweise manche sowieso chancenlose Nachfolgeinteressenten gar nicht erst melden.
3. Das Beispiel des oben genannten dritten Falles, der leider scheiterte, kann uns etwas Wichtiges lehren. Der Kontakt kam über die UBH zustande und die folgenden Gespräche gestalteten sich seriös und professionell. Unsere Recherchen zur Person und Zahlungsfähigkeit des Käufers verliefen positiv. Er wusste eine ehrbare, wohlhabende und öffentlich bekannte Familie hinter sich. Doch was seine Person betraf, die sehr eindrucksvoll und solide auftrat, war schließlich festzustellen, dass sie ein Blender war, die uns und andere erfahrene Wirtschaftsfachleute hereinlegte. Gegen vorsätzlichen Betrug ist kaum ein Kraut gewachsen. Auch die beste aller Internetbörsen kann die Integrität von Teilnehmern nur sehr begrenzt, nahezu gar nicht gewährleisten. Es kann nicht die Aufgabe einer Internetbörse sein, die Teilnehmer vor Missbrauch zu schützen. Dieser Check obliegt letztendlich den Teilnehmern selbst. Börsen, die Vorprüfungen der Eintragungen auf deren Richtigkeit versprechen, werden diese Leistung nicht wirklich gewährleisten können. Eine Internetbörse soll Interesse wecken und zusammenführen. Alles Weitere müssen Profis wie etwa Unternehmens- oder Steuerberater, Anwälte oder auch M&A-Berater übernehmen. Doch selbst dann können mitunter unzureichende Bewertungen entstehen, wie oben geschildert. Letztlich sind beide Deal-Partner diejenigen, die jeder für sich Ja oder Nein zum Vertrag sagen müssen, mit allen damit einhergehenden Konsequenzen.
4. Die Menge der Informationen, die in den Börseneintragungen zur Verfügung gestellt werden ist ausreichend. Noch detailliertere Darstellungen sind normalerweise nicht erforderlich. Die Aufgabe, einen „Appetizer“ zu liefern, erfüllt die UBH völlig ausreichend. Andere Börsen, die sehr detaillierte Unternehmensdarstellungen anbieten, mitunter sogar mit betriebswirtschaftlichen Zahlen, empfinden wir keineswegs als zielführender. Es kann sogar nachteilig empfunden werden, mühsam längere Texte und Strukturen durcharbeiten zu müssen, bis sich schließlich jene Zusammenfassung herauskristallisiert, die sich der Lesende erhofft.
5. Die durch den Betreiber strategisch beabsichtigte Konzentration auf Hessen, Mittelhessen, Nordhessen usw. scheint Wirkung zu zeigen. Wir haben das in den o.g. Beispielen festgestellt. Durch die UBH verfügen wir allerdings auch über erfolgversprechende Kontakte aus ganz Deutschland. Das mag an unseren oft überregional interessanten Angeboten liegen.
Die Bedeutung des Internet für die Wirtschaft stellt heute niemand mehr in Frage. Die UBH weiß diese Möglichkeiten zu nutzen und präsentiert sich als sinnvolle Kontaktbörse für den Zweck der Unternehmensnachfolge und Beteiligungsvermittlung mit einer bewusst regionalen Konzentration. Sie ist nicht die einzige Börse dieser Art, aber eine der positiv zu Bewertenden. Deshalb sind wir dabei.
Kontakt: CODIK Strategieberatung GmbH, Dieter W. Keil, Erlenweg 3, 35625 Hüttenberg, www.codik.de


