Wenn Arbeitsabläufe in Unternehmen nicht rund laufen und Probleme oder Fehler sich ständig wiederholen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Schulung oder Weiterbildung brauchen. Ein Excelkurs in der Finanzabteilung, ein Telefontraining für die Sekretärin, die Weiterbildung von Lagerarbeitern zum Gabelstaplerfahrer oder die Einarbeitung eines Mitarbeiters in einen neuen Arbeitsbereich können zu mehr Effizienz und weniger Reibungsverlusten im Arbeitsalltag beitragen.
Unternehmer und Geschäftsführungen haben selbst viele Ideen, wenn es um Fragen von Personalentwicklung geht. In der Praxis mangelt es jedoch oft an der Zeit, sich diesen strategischen Themen zu widmen. Hinzu kommt, dass vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen die Personalausstattung oft eng ist und nur schwerlich abgefangen werden kann, wenn ein Mitarbeiter zur Weiterqualifizierung außer Haus ist. Dass dies jedoch eine lohnende Investition sein kann, bestätigen die Erfahrungen aus den Unternehmerverbänden. Kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt weiterbilden, haben weniger Mitarbeiterfluktuation und können ihre Fachkräfte erfolgreich halten. Mit Blick auf den demografischen Wandel ist das ein Aspekt, der auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive nicht unterschätzt werden darf.
Das Land Hessen hat mit Geldern des europäischen Sozialfonds das Projekt Qualifizierungsoffensive aufgestellt, mit dem das Qualifizierungsengagement kleiner und mittelständischen Unternehmen unterstützt werden soll. Für diese Aufgabe setzt das Land Hessen in allen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten sogenannte Qualifizierungsbeauftragte ein.
Seit Ende 2008 ist im Landkreis Darmstadt-Dieburg eine Qualifizierungsbeauftragten tätig. Hessenweit sind es derzeit 19. Ihre Aufgabe ist es die Potentiale beruflicher Weiterbildung für Unternehmen aufzudecken.
Neben Impulsveranstaltungen zur beruflichen Weiterbildung beraten die Qualifizierungsbeauftragten Unternehmer und Geschäftführungen kostenlos und begleiten sie dabei, den eigenen Weiterbildungsbedarf zu ermitteln und passgenaue Bildungsmaßnahmen zu entwickeln. Um den Zeitaufwand dafür möglichst gering zu halten, kommen sie dafür auch gerne in den Betrieb. Sie kennen die Fördertöpfe, die Land und Bund bereit stellen und helfen Finanzierungsmöglichkeiten zu finden.
Für zusätzliche Effizienz sorgt die Vernetzung der Qualifizierungsbeauf-tragten zu den Arbeitsmarktakteuren und den Weiterbildungsträgern der Region, die ortsnahe Lösungen bereit halten. Mit Qualifizierungsschecks schafft die Landesregierung ergänzende Anreize, bei Vorlage können Bildungsangebote zum halben Preis wahrgenommen werden. Die Qualifizierungschecks sind für Arbeitnehmer gedacht, die mindestens 45 Jahre alt oder ungelernt in ihrer aktuellen Tätigkeit beschäftigt sind.
Im Rahmen der Nachfolge bietet es sich an, die Qualifizierungsschecks auch aktiv zur Förderung von MitarbeiterInnen, die für die Nachfolge in Frage kommen, einzusetzen. Definitiv eine kluge und weitreichende Investition, denn eine geregelte Nachfolge sichert den Fortbestand des Unternehmens und somit auch die daran hängenden Arbeitsplätze.
Das kostenlose Beratungsangebot durch Qualifizierungsbeauftragte sowie der Qualifizierungsscheck im Rahmen des Projekts Qualifizierungsoffensive sorgen dafür, dass auch kleine und mittlere Unternehmen am unternehmerischen Erfolg durch Weiterbildung teilhaben.
Näheres zu den Qualifizierungsbeauftragten in den hessischen Landkreisen und der Vergabe von Qualifizierungsschecks entnehmen sie der Internetadresse www.qualifizierungsschecks.de/beratungsstellen/liste-der-qualifizierungsbeauftragten/.
Nils Hafa - Projektleiter „Hessenweite Leitstelle und Qualifizierungsberatungsstelle zur Unternehmensnachfolge“
Frauenbetriebe Qualifikation für die berufliche Selbständigkeit e.V.
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Monika Krutsch, Qualifizierung


